Die Nass-Prüfung von Papieren und Kartons

Wesentliche Eigenschaften eines Papiers oder Kartons erkennt man in der Nass-Prüfung und beim anschließenden Trocknen. Die Eignung von Papieren und Kartons für die  Nass- in Nass- oder Nass- auf Trocken Techniken (Acryl, Aquarell, Aqua-Öl, alle Wasserfarben, Cinatusche, sumi-e usw.) sollte man -vor- den ersten Malversuchen und möglichen Fehlschlägen zunächst mit klarem Wasser testen !
Dazu wird das Papier mit einem flachen Pinsel auf einer glatten Unterlage ganzflächig nass gemacht. Dann den Trocknungsprozess genau beobachten bis das Papier vollständig getrocknet ist. Dabei notieren Sie Saugfähigkeit, Zeitdauer, Verformungen usw. auf einem Blatt dieser Papiersorte. Enthält ein Papier einen hohen Leimanteil, so wird es sich beim Trocknen sehr stark wellen. Eine einfache Papiersorte wird sich auf der Oberfläche z.T. in kleinen Krümeln, Fetzen oder Papierröllchen auflösen.
Machen Sie diesen Test mit möglichst vielen unterschiedlichen Papiersorten. Diese Erfahrungen werden Sie später dringend benötigen, wenn beim Malen etwas zu verunglücken droht. In einem zweiten Test wird das  handfeucht angetrocknete Papier im „Pressblumen-Verfahren“ getrocknet. Auch diese Erfahrungen helfen Ihnen, wenn sich ein mühsam geschaffenes Werk beim Trocknen wie ein Wellblech verformt oder wenn es gilt Papiere auf einen Untergrund im Tapezierverfahren „aufzuziehen“

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Das Ablängen von Langbögen
Das Formatieren in kleinere Papierformate
Der Abreißtest

In China und Japan hatten die Künstler schon immer das Papier nicht geschnitten, sondern gerissen. Als Ehrung an die Natur sollte die Natürlichkeit und Schönheit der Papierfasern an den kanten sichtbar werden.Das ermöglichte dem Künstler gleichzeitig die Eigenschaft des Papiers kennen zu lernen, die Qualität zu prüfen und um die Verwendbarkeit für bestimmte Einsatzzwecke einschätzen zu können. Später taten das auch die europäischen Maler mit den Bütten-Papieren. Für Skizzen, Malvorlagen und Übungsblätter kann man mehrere Bögen gleichzeitig mit dem Schneidegerät auf ein einheitliches Format zuschneiden.  Andere einfache Papiere lasen sich trocken über eine scharfe Kante reißen. Schöner und ästhetischer ist es aber, wenn man die Fasern des Papiers rundum sehen kann. Dazu wird das Papier geknickt. Dann zieht man mit einen feuchten Schwamm über die Papierkante (oder für den eigenen Gebrauch über die feuchte Zunge !), faltet das Papier wieder auf, legt es flach auf den Tisch und zieht es von der oberen Kante beginnend vorsichtig in zwei Teile. Möchte man bei einem maschinell gefertigten Papier auch an den anderen Kanten diesen schönen Büttenrand haben, so muss jeweils ein schmaler Streifen auf die gleiche Weise abgerissen werden.

Das Aufziehen von Papier auf ebene Flächen

Echtes Reispapier und das so genannte Palastmuseumpapier eignen sich besonders gut zum Aufziehen auf ebene Flächen, wenn es um die Herstellung von Wandschränken, Tischen, Paravents, Raumteilern, Bespannungen als Fenster-Sichtschutz, die Verzierung von Türstürzen und anderen Elementen, um Dekorationselemente, Lampen, Fächern oder um Lackarbeiten geht.
Dieses Verzieren von Flächen ist eine wichtige Vorübung für die Anfertigung von Rollbildern (Kakemono, Tatejiku, Yokojiku, Makimono) im chinesischen oder japanischen Stil.
Das Malen der aufzuziehenden Bilder
Vor dem Aufspannen muss das traditionelle Bild mit China-Stangentusche gemalt sein. Selbstverständlich kann auf dem Reispapier oder Palastmuseumpapier auch mit Acryl, Aquarellfarbe, Aqua-Öl, Bister, Bleistift, Buntstift, Deckfarbe, Gouasche, Kohle, Kreide, Ölfarbe, Ölkreide, Pastell, Rötel, Wachsmalstiften und jeder anderen Technik oder Farbe gezeichnet oder gemalt werden. Kohle-, Kreide, Pastell- und Rötelzeichnungen müssen in jedem Fall z.B. mit einem Kombifixativ fixiert sein.
Paravents und Raumteiler bespanen
Für einen Paravent wird eine Rahmenkonstruktion aus Holz oder Bambus herstellt. Für die Füllungen nimmt man heute meist durchsichtige oder durchscheinende Platten aus Plexiglas, Makrolon u.a. deren Oberfläche mit Schmirgelpapier leicht angerauht wird. Zum Auftapezieren kann man je nach Aer des Trägermaterials Zellulosekleber (Tapetenkleister) oder einen anderen farblosen Leim verwenden. Wenn Sie die Platten herausnehmbar gestalten, so können die Motive wechseln und immer einen neuen optischen Eindruck schaffen, zumal wenn Sie die Elemente beweglich ausführen.
Lampenschirme, Leuchtobjekte, Fensterbilder
Bestreicht man das bereits bemalte Palastmuseumpapier mit einem farblosen Naturleim bestrichen und lässt es trocknen, so erhält man ein steifes Material für Lampenschirme. Das Echte Reispapier ist hauchdünn und kann daher nur für kleinere Objekte verwendet werden, es sei denn, man stellt ein Mehrschichtbild her oder verwendet das weiße bzw. bemalte  Palastmuseumpapier als Trägermaterial.
Mehrschichtbilder
Dabei werden zwei oder mehr fertige Reispapierbilder übereinander geklebt. Bei dieser spannenden Technik malt man z.B. eine ganze Reihe von verschiedenen Hintergründen und dann diverse Bilder mit den Motiven für den Vordergrund. Nun lässt sich ausprobieren, auf welchem Hintergrund das Motiv an Besten wirkt. 
Fächer mit China- oder Japan-Motiven
Sehr dekorativ und wirkungsvoll sind sebst gebastelte Fächer mit China- oder Japan-Motiven kann man sich mit Reispapier selbst gestalten. Die Umrisse des voll geöffneten Fächer-Rohlings, den man fertig gekauft oder auf dünnem Holz angefertigt hat zeichnet man mit dünnen Bleistiftstrichen auf das Reispapier. Hierauf wird das Motiv gemalt. Dann wird das Reispapier auf den wiederum voll geöffneten Fächer aufgezogen. Ein feststehender Fächer lässt sich einfacher herstellen und bespannen.
Eigene Tapeten malen
Sowohl aus dem echten Reispapier, wie auch dem  Palastmuseumpapier lassen sich eigene Tapeten herstellen, wobei  das hachdünne Reispapier etwas mehr Geschick und Erfahrung Tapezieren benötigt.