A-Z "Der Senfkorngarten“

Malvorlagen- und Lehrbuch der chinesischen Malerei

Dieses Lexikon basiert auf der Loseblatt-Modulbauch-Reihe „Der Senfkorngarten“ ,
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Vorwort:
Einführung in die Malerei des Senfkorngartens
Malvorlagen- und Lehrbuch der chinesischen Malerei von 1679
Das Malvorlagen-Sammelwerk „Lehrbuch der chinesischen Malerei“ ist seit 1679 in mehren Ausgaben erschienen und wurde dabei stets erweitert. Alleine in der frühen Ching-Periode (Qing 1644-1911) erschienen zwischen 1679 und 1701 vier Ausgaben. Die Buchreihe richtete sich an Künstler, Kunststudenten und interessierte Laien. Die etwa 1.200 Malvorlagen sind als einfarbig schwarze Linienzeichungen im Holzschnitt ausgeführt, denn der Übende soll die Wesensmerkmale der Vorlage verinnerlichen und mit seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen ein eigenes, ganz persönliches Bild ausprägen und nicht auf die Farbe fixiert werden. Auch sehr exzellente und vollständige japanische Ausgaben erschienen. Diese zeigen entsprechend dem japanischen Geschmack auch farbige Abbildungen im Stil des janaischen Farbholzschnittes (ukyo-e).
Im Westen ist, soweit wir wissen; noch keine vollständige Ausgabe erschienen. Bei über tausend Malvorlagen ist das auch ein sehr aufwendige Arbeit. So befassen sich die englischen Ausgaben unter dem Titel „The Mustard Seed Garden, Manual of Painting“ immer nur mit wenigen Themen, Selbst in den Faksimileausgaben erscheinen immer nur mit Teilbereichen dieses umfangreichen Kompendiums.
Aus unserer westlichen Sicht setzt das Werk in den chinesischen Ausgaben grundlegende Verständnis für die kulturelle, geschichtliche und kunsthistorische Entwicklung Chinas voraus und somit auch das Wissen um die traditionelle Farbenlehre und um die Bedeutung der Symbolik von Pflanzen, Tieren, geschichtsträchtigen Personen oder Persongruppen.
Der Anwender muss wissen, wie aus einer einfachen Linienzeichnung in schwarzer Tusche eine Pinselzeichnung oder ein farbiges Tuschebild (Aquarell) auf Seide oder Reispapier entsteht. Bei der Wahl der Farben und der Anordnung von Bildelemente n muss er klar und deutlich zwischen der Farbbedeutung und Symbolsprache der daoistischen, der buddhistischen, der höfischen, kaiserlichen oder den volkstümlichen Traditionen der unterschiedlichen Volksgruppen unterscheiden. Daher kommt das chinesische Vorwort und die Einführung in die Malerei des Senfkorngartens ohne Zeichnungen jegliche aus.
Die kulturellen Hintergrundinformationen stehen nach den Wirren, die sich aus dem Sturz der mandschurischen Kaiserdynastie, der Flucht des daoistischen Himmelsmeisters nach Taiwan (1948), der Machtergreifung der Kommunisten (1949 durch Mao Chedong), der chinesischen „Kulturrevolution“ (1966-1977), der systematischen „Umerziehung“ von religiösen Führungspersönlichkeiten und Künstlern und der Unterdrückung der Ausübung der Religion (auch in künstlerischer Form), der Missachtung und Verdrängung von nicht hanchinesischen Volksgruppen heute selbst den Chinesen nur noch in politisch stark gefilterter und touristisch verklärter Version zur Verfügung. Selbst aus der volkstümlichen Kunst wurden alle religiösen Elemente entfernt oder ideologisch umgedeutet. Auch im Internet und in elektronischen Enzyklopädien ist die ideologische Verfälschung der historischen kulturellen Errungenschaften der alten Philosophen feststellbar. Nur in Taiwan, in den chinesischen Vierteln westlicher Großstädte, in freien Kultureinrichtungen und Museen pflegen Exilchinesen und westliche Förderer der Kunst diese alten Traditionen.
Die Loseblatt-Modulbauch-Reihe „Der Senfkorngarten“ bietet daher zunächst einleitende Texte mit Bildbeispielen, die in die kunsthistorischen, philosophischen, religiösen Grundlagen einführen. Dann kommen wir zu der hier vorliegenden historischen Einführung, die in einen modernen deutschen Text auch den ursprünglichen Sinngehalt überträgt. Erst dann werden alle Malvorlagen bis in die Neuzeit zusammengefasst und die einzelnen Themen werden in deutscher Sprache kommentiert. Unter der Beibehaltung der ursprünglichen Struktur des Werkes wurde die Reihenfolge der Malvorlagen beibehalten, die einzelnen Motivreihen wurden dabei etwas feiner untergliedert. Da jedes Modul in sich geschlossen eine thematische Einheit bildet, ist es möglich, auf jede einzelne Komponente zuzugreifen ohne die anderen Elemente oder die Einleitung zu kennen. Wer sich so z.B. nur mit dem Ausmalen und Gestalten von Fächern befassen möchte, dem bieten die Malvorlagen und deutschen Erklärungen zur Fächergestaltung alle benötigten Informationen für eine eigene künstlerische Interpretation und für die Gestaltung eigener Fächermotive

Aus der Loseblatt-Modulbauch-Reihe: „Der Senfkorngarten“, Einführung in die Malerei des Senfkorngartens, Malvorlagen- und Lehrbuch der chinesischen Malerei.

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